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AKTIONEN 19.08.2007
RUDOLF HEß: ES WAR KEINE WOCHE WIE JEDE ANDERE
Es war keine Woche wie jede andere. Diesmal hatten sich junge Widerstandskämpfer aus Zittau und Umgebung zum Ziel gesetzt, dem Friedensflieger Rudolf Heß die Ehre zu erweisen, indem sie die vergangene Woche, durch verschiedene Aktionen, versuchten dem Volke die wahren Umstände seines Lebens und Todes deutlich zumachen.
Die so genannte Geisterstunde war bereits schon seit einiger Zeit vorbei, als sich am Montag mehrere, junge Vertreter der Wahrheit auf den Weg machten, um auf den Künder des Friedens durch das Plakatieren viel besuchter Orte und anderer prägnanter Stellen aufmerksam zu machen. Dies geschah soweit ohne größere Zwischenfälle, obwohl die Systemwächter wohl Wind von der Sache bekommen hatten, was sie durch verstärktes Auftreten im gesamten Stadtgebiet offensichtlich ausdrückten. Doch in dieser Nacht waren ihre Bemühungen vergebens. Nicht heut und vor allem nicht uns war in ihren Köpfen fest eingemeißelt. Keiner von den eingesetzten Systemwächtern wollte sich wohl eine Standpauke darüber anhören müssen, dass in seinem Einsatzgebiet an den Friedensflieger Rudolf Heß erinnert wurde.
Am Tag darauf war die ehemalige Mandaukaserne an der Strasse von der Stadtmitte zur Grenze nach Polen Ziel der Aktivisten. Kurz nach der Mittagszeit wurden von den Mitteltürmen des alten Gemäuers zwei 4m lange Stoffbahnen mit den Aufschriften "Rudolf Hess" und "Märtyrer" entrollt. Nun hatten die Systemknechte wohl doch reichlich Feuer von ihren Vorgesetzten bekommen denn schon nach ca. 1 Stunde waren die Spruchbänder im Besitz der Beamten. Dennoch konnten wir wieder, wenn auch nur kurz die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das Thema Heß lenken. Dies sollte sich auch am folgenden Tag nicht ändern.
Wie jeden Mittwoch fand in Zittau der Wochenmarkt statt. Dies war Anlass die Marktbesucher erneut auf das Schicksal von Rudolf Heß aufmerksam zu machen. Das unscheinbare Auftreten der Widerstandskämpfer hätte wohl niemanden interessiert, doch als wie aus dem Nichts hunderte Wurfschnipsel durch die Luft wirbelten, waren sie plötzlich im Mittelpunkt des Markttreibens. Als dann wieder Schnipsel im Wind flatterten, hatte dann auch der Letzte begriffen was hier geschehen war. Die Neugierde bewegte die Leute dazu, einen Schritt aus der Masse hervor zu tun und sich die am Boden liegenden Papierfetzen näher zu betrachten. Die Gelegenheit nutzten die Aktivisten um sich relativ unerkannt von dem regen Treiben zu entfernen.
Auch am Vortag zum Todestag von Heß sollte der Eifer der Jugend nicht verlöschen.
Es war bereits Dunkel, als sich die jungen Aktivisten ans Werk machten. Sie wollten nun mit Sprühereien auf das Schicksal von Rudolf Heß aufmerksam machen. Mit diesem Gedanken zogen sie los und brachten die Schriftzüge an die Mauern Zittaus. Obwohl sich die Systemwächter wie ein aufgeschreckter Bienenschwarm verhielten und man hier und da in den Schutze der Dunkelheit verschwinden musste, um sich den Schergen zu entziehen und Repressalien aus dem Weg zu gehen, verlief alles wie geplant. So hatten auch in dieser Nacht die Vorgesetzten wohl wieder ein Hühnchen mit ihren Beamten zu rupfen.
Um die Aktionswoche abzuschließen wagten sich auch in der Freitagnacht wieder vereinzelt einige junge Menschen in den Schutz der Dunkelheit. Wieder einmal mit Sprühdosen und Schablonen bewaffnet wurden nun Gedenksprüche auf Straßen und Wänden aufgebracht. Wie auch in den Tagen und Nächten zuvor, gelang es den Knechten des Systems nicht aufzuklären, welche geheimnisvollen Personen schon die ganze Woche ihr Unwesen in Zittau trieben.
  
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